Pfandstudie Österreich 2026

In den Straßen und Parks Österreichs gibt es eine Gruppe, die viele Menschen kaum wahrnehmen: Pfandsammler. Tag für Tag sind sie unterwegs und sammeln Flaschen und Dosen bei jeder Wetterlage. Sie verdienen sich auf diese Weise nicht nur ein kleines Einkommen, sondern leisten gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Recycling und zur Ressourcenschonung.

Bisher gab es kaum Zahlen über diese Menschen und ihren Alltag. Unsere Studie liefert erstmals belastbare Daten und macht sichtbar, wie das Pfandsammeln Teil des öffentlichen Raums in Österreich geworden ist. Sie zeigt: Pfandsammeln ist mehr als ein ökologisches Thema, es berührt soziale Fragen und persönliche Lebensrealitäten.

Mehr als 200000 Menschen sammeln in Österreich Pfandflaschen und -dosen.
Pfandsammeln ist in Österreich längst Teil des Alltags für viele Menschen. Hochgerechnet sammeln rund 225.000 bis 228.000 Menschen regelmäßig Pfandflaschen und -dosen, um ihr Einkommen aufzubessern. Das entspricht etwa 4% der Bevölkerung ab 16 Jahren. Die Zahlen zeigen: Pfandsammeln ist kein Randphänomen, sondern ein fest verankerter Bestandteil des informellen Einkommens vieler Menschen in Österreich.
Unsere Studie zeigt, dass Pfandsammeln in Österreich nur ein überschaubares Einkommen bringt. 92% der Pfandsammler geben an, mit dem Sammeln von Pfandflaschen und -dosen weniger als 50 Euro im Monat zu verdienen. Für die meisten ist es eine Ergänzung zu Pension, Lohn oder anderen Einnahmen, für etwa drei Prozent ist Pfandsammeln sogar die einzige Einkommensquelle. Obwohl die Einnahmen gering sind, machen sie für viele Menschen einen spürbaren Unterschied im Alltag.
Einkommen von Pfandsammlern in  Österreich 2026
Das sind die Gründe für das Pfandsammeln in Österreich 2026
Pfandsammeln in Österreich hat viele Gründe. Viele Menschen nutzen es, um ein zu niedriges Einkommen aus Erwerbsarbeit oder eine geringe Pension aufzubessern. Arbeitslosigkeit ist für einen Teil ein Grund, ebenso wie die Versorgung der Familie oder das Erfüllen kleiner Wünsche von Kindern und Enkelkindern. Pfandsammeln ist in vielen Fällen eine Reaktion auf finanzielle Belastungen. So geben 15 Prozent der Befragten an, erst aufgrund gestiegener Lebenshaltungskosten mit dem Sammeln begonnen zu haben, und weitere 14% sammeln heute häufiger als früher. Die Zahlen machen deutlich: Pfandsammeln ist nicht nur ein ökologisches, sondern auch ein soziales Thema, das eng mit den Lebensrealitäten vieler Menschen verknüpft ist.
Pfandsammler sind in Österreich im öffentlichen Raum längst präsent. 70% der Befragten geben an, Pfandsammler regelmäßig zu sehen, etwa auf der Straße, neben Mistkübeln oder in Lokalen. Die Wahrnehmung ist überwiegend positiv oder empathisch: 29 Prozent empfinden Pfandsammler als positiv, 34 Prozent reagieren mit Mitgefühl. Nur wenige geben an, Pfandsammler zu ignorieren (9%) oder negativ wahrzunehmen (2%). Die Zahlen zeigen, dass Pfandsammler auf Verständnis stoßen und dass ein gesellschaftliches Klima besteht, in dem Initiativen wie „Pfand gehört daneben“ ansetzen können, um den Alltag der Pfandsammler zu erleichtern.
Die Wahrnehmung von Pfandsammlern in Österreich 2026
Eine Statistik die zeigt, dass 79% der österreichischen Bevölkerung  das Danebenstellen von Pfand befürwortet.
Die Mehrheit der Bevölkerung spricht sich klar dafür aus, Pfandflaschen und -dosen nicht achtlos in Mülltonnen zu werfen, sondern geordnet abzustellen. 57% der Befragten sagen: Pfand gehört daneben. Weitere 22% wünschen sich eigene Einrichtungen oder Sammelstellen für Pfand. Nur ein kleiner Teil der Bevölkerung fühlt sich durch das Abstellen von Pfand gestört (8%). Die Zahlen machen deutlich: Es besteht ein breiter gesellschaftlicher Konsens, dass Pfandflaschen und -dosen neben Abfalleimern abgestellt werden sollten. Genau hier setzt die Initiative „Pfand gehört daneben“ an, um Pfandsammlern das mühsame Wühlen in Mülltonnen zu ersparen und Ressourcen effizient im Recyclingkreislauf zu halten.

Die Daten der Pfandstudie Österreich 2026 basieren auf einer repräsentativen Online-Befragung von 1.000 Personen ab 16 Jahren mit Internetzugang. Befragt wurden Menschen aus unterschiedlichen Altersgruppen, Regionen und Lebenssituationen, um ein möglichst realistisches Bild der Pfandsammler in Österreich zu erhalten. Besonders zu beachten ist, dass Personen ohne stabilen Internetzugang – darunter auch wohnungslose Menschen – in der Befragung nicht erfasst wurden. Die tatsächliche Zahl der Pfandsammler könnte daher noch höher liegen. Die statistische Schwankungsbreite der Ergebnisse beträgt ±3 Prozentpunkte, sodass die Studie belastbare Aussagen über die soziale Dimension des Pfandsammelns in Österreich liefert. Weitere Informationen gibt es hier.

Ein Dankeschön geht an TQS Research & Consulting für die Durchführung der Studie und die Aufbereitung der Ergebnisse.

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