Pfandstudie Deutschland 2026

In deutschen Städten gibt es eine oft übersehene Gruppe: Pfandsammler. Sie sind täglich im öffentlichen Raum unterwegs, sammeln Leergut und leisten damit einen direkten Beitrag zu Sauberkeit, Ressourcenschonung und funktionierenden Kreisläufen.
Doch welche Rolle spielt Pfandsammeln heute wirklich? Wie entwickeln sich die Lebensrealitäten der Menschen – und welche strukturellen Herausforderungen bestehen weiterhin?
Diesen Fragen widmet sich unsere jährliche Pfandstudie. Bereits zum fünften Mal haben wir gemeinsam mit YouGov untersucht, wie sich Pfandsammeln in Deutschland entwickelt und wie Bevölkerung und Pfandsammler selbst darauf blicken.
Die Pfandstudie 2026 macht deutlich: Pfandsammeln ist gelebter Alltag für viele Menschen – und ein relevanter Bestandteil im Umgang mit Littering. Damit dieses System seine Wirkung entfalten kann, braucht es jedoch bessere Rahmenbedingungen und klare Anreize.

Übersicht Anzahl an Pfandsammlern in Deutschland Stand 2026
Pfandsammeln bleibt relevant und nimmt wieder zu Nach einem Rückgang im Vorjahr ist die Zahl der Pfandsammler in Deutschland wieder gestiegen und liegt aktuell bei über 1,1 Millionen Menschen. Pfandsammeln ist damit weiterhin fest im Alltag vieler Menschen verankert. Gleichzeitig zeigt sich: Für die Mehrheit stellt das Sammeln keine existenzsichernde Einnahmequelle dar. Vielmehr dient es dazu, finanzielle Lücken zu schließen – etwa zur Ergänzung von Einkommen, Rente oder staatlichen Leistungen.
Vermüllung wird sichtbarer und Pfand spielt eine zentrale Rolle Ein großer Teil der Bevölkerung nimmt eine zunehmende Vermüllung im öffentlichen Raum wahr. Besonders auffällig: Auch Pfandflaschen und -dosen werden immer häufiger achtlos weggeworfen. Vor allem Glasflaschen bleiben häufig liegen – mit Konsequenzen für Sauberkeit und Sicherheit im öffentlichen Raum. Gleichzeitig verdeutlichen die Ergebnisse, welches Potenzial im bestehenden Pfandsystem steckt, wenn Rückgabe und Sammlung besser funktionieren.
Übersicht über die Empfindung von Müll im öffentlichen Raum
Übersicht: Gründe für das Sammeln von Pfandflaschen
Pfandsammler leisten einen wichtigen Beitrag – oft unterschätzt Pfandsammler tragen aktiv zur Reduzierung von Littering bei. Der häufigste genannte Grund für das Sammeln ist der Wunsch, etwas für Umwelt und Sauberkeit zu tun. Dieser Einsatz wird jedoch in der Öffentlichkeit häufig unterschätzt. Viele Pfandsammler übernehmen Aufgaben, die im bestehenden System nicht vollständig abgedeckt sind – und leisten damit einen direkten Beitrag zur Kreislaufwirtschaft.
Anreize sind entscheidend – Pfanderhöhung als Hebel Die Studie zeigt klar: Das Sammelverhalten wird stark durch die Höhe des Pfands beeinflusst. Insbesondere Glasmehrweg bleibt häufiger liegen, während sich viele Sammler auf besser vergütete und leichter zu transportierende Gebinde konzentrieren. Eine Erhöhung des Glasmehrwegpfands könnte hier einen spürbaren Unterschied machen. Sie würde zusätzliche Anreize schaffen, die Rückgabequoten verbessern und gleichzeitig zur Sauberkeit im öffentlichen Raum beitragen. Auch in der Bevölkerung gibt es breite Unterstützung für ein einfacheres und einheitlicheres Pfandsystem – national wie europaweit.
Übersicht vermutete Erhöhung der Rückgabequote bei Pfanderhöhung
Übersicht: Einheitlicher Pfandbetrag und -system gewünscht
Einheitliches Pfandsystem und Pfandbetrag Ein einheitliches Pfandsystem, sowohl innerhalb Europas als auch zwischen Einweg- und Mehrwegverpackungen, könnte das bestehende System deutlich vereinfachen und effizienter machen. Unterschiedliche Regelungen und Pfandhöhen erschweren aktuell die Rückgabe und setzen uneinheitliche Anreize. Laut Studie sind 63 % der Bevölkerung der Ansicht, dass ein einheitlicher Pfandbetrag dazu beitragen würde, mehr Flaschen und Dosen zurückzuführen. Eine Harmonisierung würde Transparenz schaffen, Rückgaben erleichtern und das Sammelverhalten gezielter steuern – insbesondere auch bei bislang weniger beachteten Gebinden wie Glasmehrweg. So könnten Rücklaufquoten gesteigert, Littering reduziert und die Kreislaufwirtschaft insgesamt gestärkt werden.

Die gesammelten Studienergebnisse findet ihr hier

Ein Dankeschön geht raus an YouGov für die Durchführung der Studie, sowie unseren Agenturpartner der Boom GmbH für die grafische Aufarbeitung der Ergebnisse. ​

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